IJCB-AFMFR 2026: Wettbewerb zur Anpassung von Grundlagenmodellen für die Gesichtserkennung mithilfe synthetischer Trainingsdaten
Autoren & Institutionen
Tahar Chettaoui
Fraunhofer Institute for Computer Graphics Research IGD, Germany
Guray Ozgur
Fraunhofer Institute for Computer Graphics Research IGD, Germany
Technical University of Darmstadt, Germany
Eduarda Caldeira
Fraunhofer Institute for Computer Graphics Research IGD, Germany
Technical University of Darmstadt, Germany
Arturas Nakvosas
Vilnius University, Lithuania
Hatef Otroshi Shahreza
Idiap Research Institute, Switzerland
Sébastien Marcel
Idiap Research Institute, Switzerland
Rishabh Shukla
Indian Institute of Technology Jammu, India
Aditya Takkar
Indian Institute of Technology Jammu, India
Rushil Khullar
Indian Institute of Technology Jammu, India
Lalak Yadav
Indian Institute of Technology Jammu, India
Gourav Gupta
ArogyaPandit Private Limited, India
Anant Gupta
ArogyaPandit Private Limited, India
Shiqi Yu
Southern University of Science and Technology, China
Vitomir Struc
University of Ljubljana, Slovenia
Naser Damer
Fraunhofer Institute for Computer Graphics Research IGD, Germany
Technical University of Darmstadt, Germany
Fadi Boutros
Fraunhofer Institute for Computer Graphics Research IGD, Germany
Welches Problem es löst
Frühere Wettbewerbe mit synthetischen Daten vermischten Generatorqualität, Backbone-Wahl und Trainingsrezepte. Dieser Benchmark korrigiert CLIP ViT-L/14 und den IDPERTURB-Generator, sodass vollständiges Fine-Tuning, LoRA, rangstabilisiertes LoRA und reine Projektionsanpassung anhand derselben Identitätsdaten und Evaluierungssuite verglichen werden können.
Zentrales Ergebnis
Die vollständige Feinabstimmung mit Sub-Center ArcFace führt den Full Data Track mit einer durchschnittlichen Genauigkeit von 95,51 % bei den kleinen Benchmarks und 87,42 % TAR bei FAR 1e-5 auf IJB-C an, verglichen mit 76,71 % für die FRoundation-Baseline. Bei begrenzten Daten ist rsLoRA robuster: Idiap-BSP erreicht eine durchschnittliche Genauigkeit von 94,52 % und 81,13 % IJB-C TAR bei FAR 1e-5. Die Fairness-Bewertung variiert ebenfalls je nach Regime: Der Gewinner mit vollständigen Daten erreicht eine durchschnittliche RFW-Genauigkeit von 91,70 %, der Gewinner mit begrenzten Daten 88,92 %.
Abstract
Dieser Artikel fasst den Wettbewerb zur Anpassung von Basismodellen für die Gesichtserkennung mithilfe synthetischer Trainingsdaten (AFMFR) zusammen, der im Rahmen der International Joint Conference on Biometrics (IJCB 2026) stattfand. Insgesamt wurden acht gültige Beiträge von vier verschiedenen Teams in zwei sich ergänzenden Kategorien eingereicht: einer Kategorie mit vollständigen Daten, in der die Teilnehmenden das CLIP ViT-L/14-Basismodell mithilfe umfangreicher synthetischer Identitätsdaten anpassten, und einer Kategorie mit begrenzten Daten, die ressourcenbeschränkte Anpassungsszenarien abbildete. Alle Trainingsdaten wurden ausschließlich mit IDPERTURB generiert. Die eingereichten Lösungen wurden anhand ihrer Verifizierungs- und Identifizierungsleistung in verschiedenen Benchmarks, darunter LFW, CFP-FP, AgeDB-30, CALFW, CPLFW, IJB-B, IJB-C und TinyFace, mithilfe der Borda-Zählmethode bewertet. Zusätzlich wurde eine Fairness-Evaluierung anhand des RFW-Datensatzes für vier demografische Gruppen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anpassung des CLIP-Fundamentmodells mit synthetischen Trainingsdaten die Leistung des Standardmodells deutlich verbessert und in einigen Fällen sogar übertrifft. Insbesondere die vollständige Feinabstimmung mit Sub-Center ArcFace (DMSTI-Neurotechnology) ist im Full Data Track führend, während sich die rangstabilisierte LoRA-Anpassung (Idiap-BSP) bei begrenzten Daten als am effektivsten erweist.
Ausgangspunkt der Forschung
Entwicklern von Gesichtserkennungssystemen mangelt es zunehmend an umfassenden, auf Einwilligung beruhenden Trainingsdatensätzen realer Gesichter, während allgemeine Modelle der Bildverarbeitung ohne Anpassung an strengen biometrischen Messpunkten nicht ausreichend differenzieren. Der Wettbewerb untersucht, ob synthetische Identitäten diese Anpassung ermöglichen können und wie viel Trainingskapazität angemessen ist, wenn sich der verfügbare synthetische Datensatz um mehr als eine Größenordnung ändert.
Methode
Der Wettbewerb unterteilt sich in einen „Full Data Track“ mit rund drei Millionen Bildern von 35.000 synthetischen Identitäten und einen „Limited Data Track“ mit 250.000 Bildern von 5.000 Identitäten. Acht gültige Einreichungen werden anhand einer Borda-Aggregation über fünf kleine Verifizierungssets (IJB-B, IJB-C und TinyFace) bewertet, während RFW die Leistungsstreuung über vier demografische Gruppen hinweg misst. Die eingereichten Methoden untersuchen Full-Backbone-Updates, LoRA- und rsLoRA-Ränge, Margin-Loss-Verfahren, Augmentierung und Lightweight Projection Tuning.
Einordnung
Für Teams, die ein umfangreiches visuelles Backbone adaptieren, sollte das Volumen der synthetischen Daten die Optimierungsstrategie bestimmen. Eine vollständige Feinabstimmung zahlt sich bei mehreren Millionen Bildern aus, während hochrangiges rsLoRA als nützlicher Regularisierer dient, wenn Identitäten und Bilder eingeschränkt sind; eine einzelne Vorgehensweise ist wahrscheinlich nicht für beide Szenarien optimal.